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Jahresberichte

Jahresbericht 2011 / 2012

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Gäste,


wir schreiben das Jahr 2012 – wir alle fragen uns, was wird das neue Jahr uns bringen?
2012 ist ein Schaltjahr. Wir haben daher einen zusätzlichen Tag für unsere Lebensplanung - den
29. Februar. Warum gibt es Schaltjahre? Bereits Julius Cäsar hat 45 v. Chr. festgestellt, dass das
Jahr genau genommen 365,25 Tage lang ist. Mit dem Schaltjahr wird also unser Kalender mit
dem Sonnenkalender gleichgeschaltet, damit nicht irgendwann der Frühling im Dezember beginnt.

Seit Jahrzehnten fiebern Mystiker dem 21. Dezember 2012 entgegen. Sie interpretieren den Umstand,
dass der astronomische Kalender der Maya nach über 5.200 Jahren mit diesem Datum
endet, als klares Zeichen für den bevorstehenden Weltuntergang - die Maya waren ein indianisches
Urvolk in Mittelamerika mit einer mächtigen Hochkultur. Wenn dies stimmte, wäre dies das
letzte Bürgerneujahrstreffen in Frickingen. Wir stimmen vermutlich eher denen zu, die keinen
Weltuntergang im Dezember 2012 vorhersehen und wir mit Zuversicht und Hoffnung in die Zukunft
blicken können.

Das sieht auch der Zukunftsforscher Horst Opaschowski so. Opaschowski blickt seit Jahrzehnten
mit Optimismus und Zuversicht nach vorn. Dem neuen Jahr 2012 sehen 68 % der Deutschen
gelassen entgegen – so seine Aussage, die er durch eine repräsentative Umfrage begründet.
Das Vertrauen in den Erhalt der eigenen Lebensqualität ist nach seinen Befragungen groß. Die
Dauerpräsenz weltweiter Finanz- und Umweltkrisen habe viele Menschen resistent gemacht.
Persönlich richten sich die Deutschen nach Aussage des Zukunftsforschers auf ein ‚gutes Leben‘
im neuen Jahr ein. Sie vertrauen dem Umfeld aus Familie, Nachbarschaft und Freunden. Hingegen
wächst das Misstrauen gegenüber Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. 51 % der Baden-
Württemberger sprechen sich zudem für mehr Bürgerbeteiligung aus.


In Summe heißt das für mich: Gehen wir also gelassener und leichtfüßiger das neue Jahr an,
trotz schwieriger Umstände und Ausgangslagen.
Die Glücksforscherin Gretchen Rubin rät uns, das Glück zu suchen, z. B. Sachen weg werfen,
Sport machen, genügend schlafen, morgens singen. Nach Rubin gibt es in der Biochemie des
menschlichen Gehirns 3 Arten von Glück:

  1. Das Glück des Wollens - wenn wir nach etwas streben, stellt Dopamin die Belohnung in Aussicht, Endorphine lösen dabei Euphorie aus.
  2. Das Glück des Vermeidens - wenn wir Bedrohungen entgehen, führt das Sinken der Kortisol- und Adrenalin-Spiegel zu Entspannung.
  3. Das Glück des Seins - wenn wir haben, was wir brauchen, sorgt körpereigenes Morphium für Zufriedenheit; Serotonin für Beruhigung und Oxytocin für ein Gefühl der Verbundenheit mit anderen.

Mit den Gedanken der Glücksforscherin Rubin wünsche ich uns allen im neuen Jahr 2012, dass
wir alle Arten des Glücks erleben dürfen und von Herzen gute Gesundheit, Lebensfreude und
Erfolg.

Jahresbericht 2010 / 2011

Liebe Mitbürgerinnen, lieber Mitbürger, liebe Gäste,

Wir sind nach den Feiertagen zum Jahreswechsel mittlerweile im neuen Jahr 2011 angekommen.
Janus, der uns bekannte zweigesichtige römische Gott, der dem ersten Monat des Jahres seinen Namen
gibt, kann rückwärts und voraus blicken. Daraus abgeleitet, können wir zum bevorstehenden
neuen Jahr die Lösung ableiten: Wir sollten im Rückblick vorausschauen und voraus denken!

Alle wünschen sich ein glückliches Leben. Aber was ist „Glück“? Ist Glück – Reichtum, Liebe, Zufriedenheit,
Sehnsucht, Macht oder Seelenruhe? Lässt sich Glück erlernen?

Früher bedeutete ‚Glück‘ für uns Deutsche neben Pflichterfüllung vor allem, die gestellten Aufgaben in
Gesellschaft und Familie zur Zufriedenheit für andere erfüllt zu haben. Heute hingegen sieht es eher
so aus, dass wir das verpasste Glück möglichst bald finden wollen - nach dem Motto: „Werde glücklich
aber schnell!“ – so schreibt Wilhelm Schmid in seinem Büchlein über das Glück.

Wir buchen Kurse, fasten, treiben Sport, reisen, kaufen Möbel, suchen neue Lebensgefährten, in der
Hoffnung, dass sich nun das größere Glück einstellt. Viele Menschen seien süchtig nach Glück und
würden so unglücklich. Er empfiehlt all denen „eine kleine Atempause inmitten der Glückshysterie“.

Dabei unterscheidet Schmid zwischen ‚Zufallsglück‘, das kommt oder auch nicht, wie z. B. ein Sechser
im Lotto und dem ‚Wohlfühlglück‘, das darin besteht, die Lust zu mehren und den Schmerz zu mindern.

Es ist das Glück der Endorphine, die das Hirn ausschüttet, ob beim guten Essen, beim Marathon oder
anderen schönen Erlebnissen. Dabei hat Schmid nichts gegen schöne Erlebnisse. Er hat vielmehr
etwas dagegen, dass fehlendes Glück als Krankheit angesehen und mit Medikamenten behandelt
wird. Dass alles Dunkle verdrängt wird, bis die Depression da ist, weil es vor lauter Höhepunkten keine
Tiefen mehr geben darf. Glück und Trauer müssten sich im Leben abwechseln, das mache heiter und
gelassen.

„Glück“ ist letztlich auf den Augenblick bezogen und zerbrechlich. Wer versucht es zu erzwingen, dem
sei die Aussage vom römischen Dichter und Staatsmann Seneca mit auf den Weg gegeben: „Ja, renn
nur nach dem Glück - doch renne nicht zu sehr, denn alle rennen nach dem Glück – das Glück rennt
hinterher.“

Wichtiger als Glück sei ‚Sinn‘ zu haben. Sinn bedeute die Welt jenseits von Selbstbeschäftigung zu
sehen, in der Gemeinschaft, im Transzendenten. Wer beim Wohlfühlglück stehen bleibe, könne keine
Kinder erziehen, alte Menschen pflegen oder etwas Neues erfinden - Sinnsucher dagegen schon.

Schärfen wir daher unser Bewusstsein, beschäftigen wir uns mit dem Sinn des Lebens und genießen
wir die glücklichen Augenblicke im Sinne von Johann Wilms in seinem Spruch zum Neuen Jahr:

„Ob ein Jahr neu wird,
liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr.
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns,
ob wir es neu machen,
neu anfangen zu denken,
neu anfangen zu sprechen,
neu anfangen zu leben.“

Jahresbericht 2009 / 2010

Liebe Mitbürgerinnen, lieber Mitbürger, liebe Gäste,

der Jahreswechsel ist die Zeit, darüber nachzudenken, was uns wichtig ist. Was ist uns wichtig? Die
Erfüllung eines lang gehegten Wunsches, die Sorge um einen lieben Menschen, die berufliche Zukunft,
die Zeit für Familie und Freunde? Oder haben wir uns nach dem zwanzigsten Jahrestag des
Mauerfalles bewusst gemacht, welch großes Glück es für uns ist, in Freiheit und Sicherheit zu leben?
Vieles von dem, was 2009 für uns wichtig war, bleibt auch im vor uns liegenden Jahr wichtig. Der amerikanische Schriftsteller Hal Borland schreibt: „Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern
das Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.“

Als Sportler weiß ich, dass man sich auf einen Wettkampf sehr gut einstellen muss und einen langen
Atem braucht, um erfolgreich zu sein. 2010 wird ein Wettkampf unter schwierigen Bedingungen. Doch
die Gemeinde ist gut vorbereitet und wir können das neue Jahr voller Zuversicht und Optimismus angehen,
um wiederum erfolgreich zu sein!

Stefan Klein stellt zum Jahreswechsel in ‚DIE ZEIT’ die Frage: Wie kommt das Gute in die Welt?

In seinen Ausführungen zum Verhalten der Menschen stellt er fest, dass sich in den vergangenen
Jahrzehnten zunehmend ein Menschenbild durchsetzte, das uns Menschen als zutiefst eigennützige
Wesen charakterisiere. Die Biologen setzten auf den maximalen Fortpflanzungserfolg, die Evolutionspsychologen auf das Erringen von Status und die Ökonomen verstünden menschliches Handeln
mehrheitlich als Streben nach Vorteil, Bequemlichkeit und Wohlstand.

Wie einflussreich diese Vorstellung vom Wesen der Menschen sein kann, zeigt die jüngste Bankenkrise,
Sparkassen und Volksbanken ausgenommen. Wesentliche Ursache des Debakels war die Überzeugung,
dass allein „sein Egoismus“ den Menschen antreibe.

Selbst die Kleinanleger zockten und die Jagd nach Schnäppchen wurde zum Volkssport. Die Verluste
führten machen Anleger in eine persönliche Krise.

Dem gegenüber steht nach Klein das selbstlose Handeln. Die meisten Menschen haben Gott sei Dank
auch andere Motive - z. B. Mitgefühl oder die Sehnsucht nach Lob und Zuwendung, nach Gemeinschaft
und die Bereitschaft zu teilen. Generell wird man festhalten können, dass Menschen umso bereitwilliger
teilen, je mehr sie auf Personen außerhalb der Familie angewiesen sind - z. B. im Beruf, um mit Menschen Geschäfte zu machen oder weil der Erfolg des Einzelnen von der guten Kooperation mit der Gruppe abhängig ist.

Insofern sind die Unternehmen in ihrem eigenen Interesse gut beraten, statt in üppige Bonuszahlungen
eher in ein gutes Betriebsklima zu investieren. Den Verantwortlichen in unserer Gesellschaft sei gesagt,
nicht nur auf Selbstverantwortung zu setzen, sondern auch die Solidarität in der Gesellschaft zu stärken.

Im Ergebnis stellt Klein fest, dass selbstloses Handeln und Egoismus schon immer als unvereinbare
Gegenpole galten, die sich allerdings gegenseitig bedingen und brauchen. Oft ist nicht klar, wo die eigenen Belange aufhören und fremde beginnen. Mitgefühl ist daher weder selbstlos noch eigennützig. Umgekehrt bedeutet dies, dass wir gelegentlich die Bedeutung des Individualismus überschätzen und gemeinsames soziales Handeln unterschätzen.

Das Gute kommt sicherlich dann zu uns, wenn wir in uns die Gedanken von Lothar Zenetti im neuen Jahr verinnerlichen:

Wohin sollen wir gehen, sag uns wohin?
So viele Termine, welcher ist wichtig?
So viele Parolen, welche ist richtig.
So viel Straßen - ein Weg ist wahr.
Wofür sollen wir leben, sag uns wofür?
So viele Gedanken, welcher ist wichtig?
So viele Programme, welches ist richtig?
So viele Fragen! Was zählt ist die Liebe!

In diesem Sinne wünsche ich allen von Herzen gute Gesundheit, Lebensfreude, Glück und Erfolg im
neuen Jahr 2010.

Jahresbericht 2008 / 2009

Liebe Mitbürgerinnen, lieber Mitbürger, liebe Gäste,

Vor einem Jahr waren die Reden zum neuen Jahr vom Konjunkturaufschwung geprägt. In allen Reden zum
vor uns liegenden Jahr 2009 taucht mit großer Wahrscheinlichkeit das Wort „Krise“ gehäuft auf.
Die Hypothekenkrise in den USA hat sich zu einer weltweiten Finanzkrise und einer drohenden Rezession
auch für Deutschland entwickelt. Mit der Krise sind vor allem auch Leitlinien unseres wirtschaftlichen Handelns ad absurdum geführt worden. Der Glaube an die allein selig machende Steuerungskraft des Marktes ist verloren gegangen. Mit dem zunehmenden „sharholder value Denken“ – sprich dem Blick nur auf Gewinnmaximierung - ist auf Dauer kein Staat zu machen.

Finanzkrisen sind übrigens so alt wie der Geldkreislauf. Es gab sie im antiken Rom wie in der Renaissance
als im Florenz der Medicis reihenweise Banken Pleite gingen und zahlreiche Kaufleute ruiniert wurden.
Dennoch haben Krisen ihr Gutes. Sie legen längst vorhandene Probleme frei, zwingen zum Wandel und
wirken mitunter als Korrektiv. Wichtig scheint mir, dem Neuen offen, neugierig und veränderungsbereit zu
begegnen. Besinnen wir uns wieder auf bewährte Tugenden wie Menschlichkeit, Solidarität und soziale
Gerechtigkeit. Das wünsche ich uns allen.

Gedanken zum Jahreswechsel
Der Beginn eines neuen Jahres ist wie der Blick auf ein weißes Papier. Wir wissen noch nicht, was einmal
auf dem Bogen mit der Zahl 2009 geschrieben stehen wird – Hoffnungen, Wünsche indes gibt es viele,
aber auch Befürchtungen und Vorbehalte. Bereits der weit gereiste Mark Twain stellte fest: „Prognosen sind
schwierig - besonders wenn sie die Zukunft betreffen“.

Die Ansicht, dass mit den Erkenntnissen aus der Vergangenheit Vorhersagen für die Zukunft gewonnen
werden können, ist sehr alt und weit verbreitet. Sie hat über Jahrtausende unter anderem den Berufsstand
der Historiker beschäftigt. Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen bleibt abzuwarten, welches
Modell der Zukunftsprognose in der globalisierten Weltwirtschaft zum Tragen kommt. Die Zauberformel
„zapp – zupp“ der bezaubernden Jeannie – sie war ein wohlgeformter Flaschengeist in einer amerikanischen
Fernsehserie der 60iger Jahre - ist noch nicht gefunden.

Eines wird meines Erachtens unausweichlich kommen: Die wirtschaftliche Machtverschiebung Richtung
Indien und China schafft den Zwang zu Zusammenarbeit. Zunehmend globalisierte Märkte können dazu
führen, dass der Wohlstand sich in Zukunft gleichmäßiger über den Erdball verteilt, auch wenn die Maxime
des „immer weiter - immer höher“ für den Westen dadurch einen Dämpfer erhält.

Eigentlich haben wir dieses Jahr überhaupt keine Zeit zu lamentieren oder missmutig zu sein. Dem Leitartikel der ‚Süddeutschen Zeitung’ zu Jahresbeginn habe ich entnommen, dass das neue Jahr keinen Platz für Resignation habe. Es sei nämlich schon voll gestopft mit Gedenktagen: 20 Jahre Mauerfall, 60 Jahre Grundgesetz, 60 Jahre Bundesrepublik, 70 Jahre Beginn des 2. Weltkrieges, 90 Jahre Weimarer Reichsverfassung, 160 Jahre Paulskirchenverfassung.

Ich stimme dem Verfasser des Artikels zu, wenn er folgert, dass in jedem Jubiläum des Jahres 2009 Mahnungen und Verpflichtungen stecken und die Wahl kämpfende Politik gut daran täte, sich der Gedenktage mit mehr als nur Floskeln zu erinnern.

Erzbischof Reinhard Marx erinnerte uns zum Jahreswechsel, dass wir gut daran täten, wenn wir uns auf
vergangene Werte zurückbesinnen würden.

Dazu möchte ich die Verse von Antoine de Saint-Exupéry vortragen – mit der Überschrift:

„Die Kunst der kleinen Schritte“
Ich bitte nicht um Wunder, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mach mich sicher in der rechten Zeiteinteilung,
Schenk’ mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.
Schenk’ mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.
Erinn’re mich daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick’ mir im rechten Augenblick jemanden,
der den Mut hat,
die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Du weißt,
wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleihe mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche,
sondern das, was ich brauche.

In diesem Sinne wünsche ich allen von Herzen alles Gute, Gesundheit, Glück und Erfolg im neuen Jahr
2009.

Jahresbericht 2007 / 2008

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, liebe Gäste,

Überschrift für 2008 könnte lauten: 2008 wird ein düsteres Jahr - aber auch ein Jahr voller Zuversicht!

Düster wird das neue Jahr deshalb, weil es uns 4 Finsternisse bringt: je 2 Mal verschwinden Sonne und
Mond. Am 7. Februar um 14.31 Uhr (ringförmige Sonnenfinsternis), am 21. Februar um 4.26 Uhr (totale
Mondfinsternis), am 1. August um 11.40 Uhr (Sonnenfinsternis) und 16. August um 23.10 Uhr (partielle
Mondfinsternis).

Zu den hellen Momenten am Firmament gehört der 3. Februar: an diesem Tag kommt die Erde bis auf
147,1 Millionen Kilometer an die Sonne heran – das ist der sonnennächste Punkt in ihrer Jahresbahn.

Zudem beschert uns 2008 einen zusätzlichen Tag – es ist ein Schaltjahr. Der Grund für das Plus im Kalender
am 29. Februar ist: Sonne, Mond und Sterne folgen nicht dem Zahlenwerk der Astronomen und Mathematiker. Die Gestirne folgen ihrem eigenen Lauf. Das kalendarische und astronomische Jahr weichen
voneinander ab. Daraus erwächst eine Zeitdifferenz, die sich mit den Jahren anhäuft. Die päpstlichen
Gelehrten von Papst Gregor XIII bestimmten 1582, dass nur solche Jahre ein Schaltjahr sein können, deren
erste beide Ziffern durch vier teilbar sind.

2008 ist natürlich auch ein Jahr der Zuversicht! Zuversichtlich sind vor allem diejenigen, die einen gutenBeruf und gute Arbeit haben. Persönliche Zuversicht ist damit vom persönlichen Wohlergehen abhängig. Echte Zuversicht ist allerdings immer auch ein Grundbedürfnis des Menschen und zieht ihre Stärke aus dem Herzensgrund der Menschen. Ohne Zuversicht blieben die Standesämter so leer wie die Lotterieannahmestellen. Zuversicht ist somit auch eine Grundtugend, weil sie Trauernden und Zweifelnden sagt: Dein Leben kann gut ausgehen, wenn du dich aufmachst und deinen Weg gehst.

Zuversicht sollte darüber hinaus auch zur politischen Tugend werden. Denn die Gemeinde als Gemeinwesen
lebt von der Zuversicht in dem Sinne, dass genügend Menschen die Dinge über die äußere Wirklichkeit
hinaus sehen. Die Gemeinde profitiert vor allem auch von Menschen, die zuversichtlich sind und die JA sagen zu der Sehnsucht nach einer besseren Welt. Letztlich aber bleibt Zuversicht eine Grundhaltung,
die Eltern, Lehrer und Freunde vorleben müssen.

Beherzigen wir den Spruch von Erich Kästner im neuen Jahr, der da lautet:

Man soll das Jahr nicht mit Programmen beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert, bricht es zu guter Letzt zusammen.
Je üppiger die Pläne blühen, umso verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen, und schließlich hat man den Salat.
Es nützt nicht viel, sich rot zu schämen, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen! Lasst das Programm – und bessert euch drauflos!

In diesem Sinne wünsche ich allen von Herzen alles Gute, Glück und Gesundheit im Neuen Jahr 2008.

Jahresbericht 2006 / 2007

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 2006 ist bereits Geschichte. Es war ein Jahr, in dem sich spürbar bessere Wirtschaftsdaten einstellten.

Es war auch ein Jahr mit einer Vielzahl fröhlicher Menschen, die von den Spielen und Feierlichkeiten
der Fußballweltmeisterschaft begeistert waren.

Wie können wir das neue Jahr angehen? Theodor Fontane sagt zur Kunst des Lebens: „Leicht zu leben
ohne Leichtsinn, heiter zu sein ohne Ausgelassenheit, Mut zu haben ohne Übermut“.

Was wünschen wir uns für 2007? Glück, Gesundheit, Wohlstand und Sicherheit! Manche Wünsche erfüllen
sich von selbst, bei anderen müssen wir kräftig nachhelfen. Der Energieeinsatz lohnt sich immer – privat
wie gesellschaftlich!

Auf privates Glück im Umfeld einer intakten Familie gibt es, wie wir es wissen, keine Garantie. Partner
müssen sich Zeit nehmen füreinander und Eltern für ihre Kinder. Gerade Kinder brauchen mehr Hilfe denn
je, brauchen klare Wertvorstellungen und Verständnis auf dem Weg ihrer Entwicklung. Nur wer hier investiert schafft ein soziales Netz, das Glück und Zufriedenheit ermöglicht.

Wie aber steht es um die Werte ‚Wohlstand’ und ‚Gesundheit’?

Wohlstand hängt stark davon ab, ob Einzelne oder ganze Familien auf der Basis eines gut bezahlten Jobs
ihr Leben führen können. Ob der Weg zu immer mehr Jobs im Niedriglohnsektor dabei der richtige ist, darf
bezweifelt werden. Schon heute sind die gut situierten Deutschen gesünder als die ärmeren, die sich nicht
selten aus Sozialfrust in eine ungesunde Lebensweise flüchten. Deshalb geht es vor allem um den Zugang
zu bester Bildung und Ausbildung. Damit werden die Chancen des Einzelnen, aber auch die unserer Gesellschaft im weltweiten Wettbewerb erheblich verbessert.

Wir wünschen uns für 2007 vor allem auch ‚Sicherheit’. Klaus Töpfer, Direktor des Umweltprogramms der
Vereinten Nationen, sieht in den „auf perverse Art zur Schau gestellten Konsum- und Wohlstandsunterschieden zwischen Reichen und Armen dieser Welt den Ursprung von Konflikten, Hass und blinden Terror“. Eine Allianz gegen diesen Terror werde nur dann erfolgreich sein, wenn sie Armut, Arbeitslosigkeit, Diskriminierung und Intoleranz bekämpfe. Dies sind hehre Worte – aber haben wir dazu eine Alternative?

Kommen wir vom globalen Maßstab wieder zurück zum persönlichen: Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich wünsche Ihnen für 2007 von Herzen alles Gute. Gehen wir die anstehenden Herausforderungen im
neuen Jahr wieder mit Optimismus und Freude an. Der Optimismus ist gerechtfertigt, die Freude nie verkehrt.

Viel Glück!

Jahresbericht 2005 / 2006

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zu Beginn des neuen Jahres wollen wir Sie in unserem alljährlich erscheinenden Jahresrückblick über die
wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres 2005 informieren und Ihnen gleichzeitig einen Ausblick auf
wichtige Aufgaben und Maßnahmen im vor uns liegenden Jahr 2006 geben.

Zunächst einige Anmerkungen zum Umfeld unseres gemeindlichen Handelns:
Wir wissen es alle, unser Land unterliegt einem tief greifenden Wandel. Jeder von uns ist den täglichen
Anforderungen des globalisierten Wettbewerbs ausgeliefert. Wir können uns nicht verweigern, wir müssen
vielmehr versuchen, durch Leistung und vor allem durch Ideen und Innovation auf den Märkten die Nase
vorne zu behalten.

Aufpassen müssen wir, dass sich aus unserer Wertegemeinschaft nicht eine Wertpapiergemeinschaft entwickelt. Notwendig ist ein weltweiter Codex für eine soziale Marktwirtschaft.

Der demografische Wandel bringt nicht nur Sozialprobleme sondern auch Verteilungsstress zwischen Erben
und Nichterben, zwischen Einheimischen und Zuwanderern und auch zwischen Eltern und Kinderlosen.

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Zahlreiche Regionen haben einen Bevölkerungsrückgang in vielen
Regionen zu verzeichnen. Nicht so in der Region Bodensee-Oberschwaben. Hier wird in den kommenden
Jahren ein leichter Bevölkerungszuwachs prognostiziert.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist unverändert hoch. Die Reichen werden immer reicher und die Armen
immer ärmer. In Westdeutschland hat das Nettovermögen seit 10 Jahren beim reichsten Viertel der
Bevölkerung um 28 % zugenommen, im ärmeren Viertel nahm es um fast 50 % ab. Im Durchschnitt kostet
1 Managergehalt soviel wie 4 Arbeitsplätze.

Die staatliche Neuverschuldung ist um mehr als 20 Milliarden € zu Lasten der jüngeren Generation gestiegen.

Wir haben zu lange über angestaute Fragen hinweg geschaut. Deshalb müssen wir gemeinsam versuchen,
wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Es geht immer um den sozialen Frieden. Es geht um die Frage, wie wir mit Freiheit, sozialer Gerechtigkeit und Solidarität auf Dauer umgehen. Diese Grundwerte sind unverändert gültig - wir müssen sie auch in unserer Gemeinde praktizieren.

Neben all den genannten Schieflagen kommt hinzu, dass Bund und Land zunehmend in die Gemeindekassen
greifen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Gemeinden dafür bestraft werden, dass sie solider gewirtschaftet
und weniger Schulden gemacht haben als der Staat. Es wird höchste Zeit, dass endlich das festgeschriebene Konnexitätsprinzip umgesetzt wird, das da lautet: „Wer bestellt, der hat auch zu zahlen!“

Wenn z.B. Bundesministerin Ursula von der Leyen per Gesetz die Kindergartengebühren streichen will, hat
der Bund den Gemeinden die entfallenen Gebühren in vollem Umfang zu ersetzen.

Zunehmend deformieren Bund und Land auch die kommunale Selbstverwaltung. Die Föderalismus-
Kommission droht zu scheitern, so dass mit weiterem Bedeutungsverlust der Gemeinden zu rechnen ist.
Das können sich die Gemeinden nicht gefallen lassen. Es ist sicherlich unbestritten - und müsste den verantwortlichen Politikern bekannt sein - dass auf der gemeindlichen Ebene immer noch die besten Ortskenntnisse vorhanden sind.

Als Vorbild sei Österreich genannt. Dort wurde vor einigen Jahren per Bundesgesetz festgeschrieben, dass derjenige, der ein Gesetz ins Leben ruft, die hierfür anfallenden Finanzmittel selbst zu tragen hat. Das
Ergebnis ist, dass die Gesetzesflut erheblich reduziert werden konnte und die dortigen Gemeinden finanziell
deutlich entlastet wurden.

Unsere Gemeinde gehört zum ländlichen Raum. Der ländliche Raum wiederum muss gestärkt werden! Die
Streichung der Eigenheimzulage und der Pendlerpauschale aber auch die demografische Entwicklung
tragen gewiss nicht dazu bei, den ländlichen Raum zu stärken. Derzeit erleben wir in bestimmten Regionen
bereits eine ‚Landflucht’ mit der Folge, dass die Bevölkerungszahlen in strukturschwachen Gemeinden
deutlich abnimmt. Diese Entwicklung ist für die betroffenen Gemeinden finanzpolitisch wie auch infrastrukturell fatal.

Eng damit verbunden ist die steuerliche Situation vieler Gemeinden. Zunehmend können Gemeinden ihren
Haushalt nicht mehr ausgleichen und leben von der Substanz. Eine „Zweiklassengesellschaft“ unter den
Gemeinden ist die Folge: Gemeinden mit hohem Gewerbesteueraufkommen geht es gut, die anderen
müssen am Hungertuch nagen – Frickingen gehört tendenziell leider zur letzteren Gruppe. Dringend erforderlich ist endlich die lang diskutierte Reform der bestehenden Gewerbesteuer und die Schaffung einer
allen Gemeinden gerechter werdende „Kommunalsteuer“. Vorschläge hierzu liegen seit langem auf dem
Tisch.

 
 
 

Gemeinde Frickingen

 

Gemeindeverwaltung Frickingen
Kirchstraße 7
88699 Frickingen

Tel.: 07554/9830-0
Fax: 07554/9830-12

E-Mail: info@frickingen.de
Internet: www.frickingen.de

Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 08.00 Uhr - 12.00 Uhr
zusätzlich:
Mo: 14.00 Uhr - 16.00 Uhr
Mi: 14.00 Uhr - 18.00 Uhr

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